Seelsorger/innen

 

Ayse Bati hat die Qualifikationsrunde musa 1 abgeschlossen, ist Seelsorgerin, Mentorin und Koordinatorin, sowie Teammitglied des itv-Instituts

 

 

Wie haben Sie sich für die Ausbildung entschieden und warum?

 

Ein Anlass für diese Entscheidung war das deutschsprachige Seelsorgeangebot für meine Angehörige in einer schwierigen Lebenssituation, wobei die fehlenden Sprachkenntnisse in der Kommunikation zwischen der Betroffenen und der Seelsorgerin die zentrale Rolle spielten. Ein weiterer Anlass waren die fehlenden Kenntnisse unseres Kulturkreises seitens einer weiteren Seelsorgerin bei einer Familientragödie. Diese Situationen haben mich motiviert, im Bereich der Seelsorge spezieller und professioneller tätig zu sein, denn den Bedarf an einer muslimischen Seelsorge habe ich bereits damals erkannt.

 

 

Was hat Ihnen musa gebracht?

 

Das Projekt hat mich in meinem Selbstbewusstsein gestärkt, sodass ich mich ständig weiterentwickeln konnte. Ich bin ruhiger und geduldiger geworden und habe sehr viel an mir selbst gearbeitet. Außerdem kam ich durch musa in das Arbeitsleben zurück, weil ich davor viele Jahre in erster Linie Mutter war und mich hauptsächlich ehrenamtlich engagiert habe. Ich habe gelernt, mich in die Perspektive und Lebenssituation anderer Menschen zu versetzen und so ihre Gefühle und Emotionen zu verstehen. Ich wurde viel empathischer und noch verantwortungsbewusster als davor.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

 

 

Nachhaltigkeit. Das bedeutet für mich, dass wir weiterhin als Projekt wachsen und als Seelsorger/innen immer mehr Menschen in sehr unterschiedlichen Bereichen erreichen und helfen können. Außerdem wünsche ich mir, dass wir immer mehr Personen aus zahlreichen Kulturkreisen ausbilden. Ich wünsche mir deswegen auch eine beständige finanzielle Unterstützung des Projektes.

 

 

 

Bilal, hat die Qualifikationsrunde B1 abgeschlossen, ist Seelsorger, sowie Projektassistent für eine der bayerischen Partnerstädte

 

Wie haben Sie sich für die Ausbildung entschieden und warum?

 

Erstmals hatte mich meine Schwester darüber informiert und mir den Kurs zum Seelsorger ans Herzen gelegt. Zu jener Zeit kam mir das Angebot irgendwie gut angelaufen. Ich empfand es sehr spannend und einladend. Was mich tatsächlich erwarten sollte, war mir zunächst unklar.

 

Was hat Ihnen musa gebracht?

 

Später merkte ich die (Selbst-)Entwicklung in mir, was mir unheimlich Spaß machte. Ich konnte mich sukzessive bewusst identifizieren. Mittlerweile habe ich das Gefühl, Menschen, mit denen ich in Kontakt trete, besser analysieren zu können. Die Körpersprache, den Sprachgebrauch oder die Denkweise anderer kann ich heute besser diagnostizieren und definieren. Mir ist außerdem aufgefallen, dass ich mich für psychologische oder psychosoziale Themen sehr interessiere.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

 

Was ich mir weiterhin wünsche, ist der Fortbestand der Muslimischen Seelsorge Augsburg, mit dessen Team ich auch künftig gerne kooperieren und mitarbeiten wollen würde. Ich bin der Meinung, dass musa pro Ortschaft mindestens einen Sitz auf Haupt- oder Nebenamt an öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder JVAs verdient hat.

musa-Kooperationspartner/innen

 

Gilbert Baumann und Holger Jegust, Universitätsklinikum Augsburg (bis 2018: Zentralklinikum Augsburg)

 

Seit wann kennen Sie das Projekt musa und wie/warum haben Sie sich für eine Zusammenarbeit entschieden?

 

Für uns bekannt ist das Projekt seit 2010; im Hause dürfte es mindestens seit Umbau des Raumes 01.049 zum muslimischen Gebetsraum im damaligen Klinikum Augsburg (seit 01.01.19 Universitätsklinikum Augsburg -UKA) im Jahr 2007 bekannt sein. Musl. Seelsorge war ursprünglich ein allgemein gehaltenes Projekt der Stadt Augsburg. Als damaliges Kommunalunternehmen in Trägerschaft der Stadt Augsburg und des Landkreises Augsburg wurde dies auch Thema im Klinikum was sich als absolut richtigen Schritt erwiesen hat.

 

Wie können Sie unsere Kooperation beschreiben? (z.B. was läuft gut/weniger gut, was ist neu, was ist geplant)

 

Die Etablierung einer musl. Seelsorge war für beide Seiten Neuland. Dementsprechend bedurfte es vieler Gespräche anfänglich auch mit Unterstützung der katholischen und evangelischen Seelsorge im Hause. 

Aufgrund der Erarbeitung von Prozessabläufen im Hause wurde die musl. Seelsorge rasch etabliert. Der schnelle Austausch zwischen MUSA und UKA hilft Fragen unkompliziert zu beantworten und ist sehr positiv hervorzuheben.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes musa und unsere weitere Zusammenarbeit?

 

Wir sind der erste Maximalversorger in Bayern, der damals die musl. Seelsorge etabliert hat. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© itv Institut für transkulturelle Verständigung